Aufgefallen waren mir dafür in den vergangenen Wochen die “sinnlosen Auslandsinvestitionen” in der Entwicklungshilfe. Dieses Geld kann in Deutschland viel besser ausgegeben werden – behaupten die Kritiker. Ein prominentes Beispiel sind die “Grünen Kühlschränke in Kolumbien”. Aber was steckt dahinter? Und kann es tatsächlich sinnvoll sein, Kooperationen mit anderen Ländern zu beenden?
Dazu hier ein kleiner Denkanstoß. Kurz zusammengefasst würde es Deutschland aber schaden, denn kaum ein Land profitiert auch finanziell mehr von seinen internationalen Beziehungen als Deutschland.
Entwicklungszusammenarbeit, die darauf ausgerichtet ist, Frieden und Sicherheit sowie die Volkswirtschaften in den Kooperationsländern zu stabilisieren, stärkt auch die Sicherheit und die Wirtschaft in Deutschland.
Kolumbien hat im Jahr 2021 aus Deutschland Waren im Wert von knapp 2 Milliarden Euro importiert. Deutschland importierte im gleichen Zeitraum Waren im Wert von 0,7 Milliarden Euro aus Kolumbien.
Wir haben also ein Plus von 1,3 Milliarden Euro gemacht. 4,6 Millionen Euro für ein Projekt in Kolumbien, durch das energieeffiziente Kühlschränke angeschafft und alte Kühlschränke fachgerecht entsorgt werden, sind vor diesem Hintergrund gut angelegtes Geld, denn es stärkt die bilateralen Beziehungen.
Wir sind eine Export-Nation und für diesen Export braucht es gute Beziehungen in der ganzen Welt. In Ostfriesland produzierte Autos oder Windkraftanlagen sollen schließlich in die ganze Welt verkauft werden.
Dafür braucht es aber auch Kunden in der ganzen Welt. Wir exportieren übrigens auch sehr viele landwirtschaftliche Produkte. Zu glauben, durch die Einsparung der Mittel für Entwicklungsprojekte in der ganzen Welt würde es den in Deutschland lebenden Menschen besser gehen, ist kurzsichtig gedacht und wird mittel- und langfristig zum Gegenteil führen. Deutschland war darüber hinaus selbst einmal Empfängerland internationaler Hilfsprogramme. Unser im Zweiten Weltkrieg stark zerstörtes Land erhielt durch den Marshallplan Unterstützung in Milliardenhöhe aus den USA. Das sollten wir nicht vergessen.
Ich hoffe, euch damit vor allem aufzuzeigen, wie wichtig ein kritischer Blick im Umgang mit den sozialen Medien ist. Viel zu oft wird da in einem ersten Impuls geschrieben, kommentiert oder geteilt. Dazu kommt, dass es dem Algorithmus egal ist, ob eine Nachricht der Wahrheit entspricht oder nicht. Für ihn ist vielmehr von Bedeutung, wie viele Reaktionen (Likes, Shares, Kommentare) die Nachricht bekommt. Ein emotional aufgeladener oder provozierender Kommentar wird daher häufiger angezeigt und stärker verbreitet als eine sachlich formulierte Meldung.
Ihr seht, man muss sehr vorsichtig und aufmerksam sein bei Facebook und Co.